• Drei Fragezeichen

Drei Fragen an ...

Francesco Grioli, Landesbezirksleiter der IG BCE in Rheinland-Pfalz/Saarland

Warum sollte sich ein junger Mensch für einen Berufseinstieg im Chemie- oder Pharmasektor in Rheinland-Pfalz entscheiden?

Die betrieblichen Möglichkeiten der vielfältigen Ausbildung, ist das Plus des Industriestandortes Rheinland-Pfalz. Sowohl die Chemische Industrie als auch Pharmaunternehmen bieten neben soliden und spannenden Ausbildung auch gute Rahmenbedingungen. In den meisten Unternehmen dieser Branchen gelten die Tarifverträge der Chemischen Industrie - diese regeln von der wöchentlichen Arbeitszeit, dem zusätzlichen Urlaubsgeld, den Ausbildungsvergütungen bis hin zu Urlaubstagen Vieles was Auszubildenden,  Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Sicherheit bietet.
Die Chance nach der Ausbildung einen attraktiven und sicheren Arbeitsplatz zu bekommen, steigt jährlich und hier spielt die demografische Entwicklung in Rheinland-Pfalz eine große Rolle.

Welche Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten erwarten Fachkräfte in der Chemischen und Pharmaindustrie?

Motivierte und leistungsbereite junge Beschäftigte, die Zeit in ihre Weiterbildung stecken, haben gute Chancen zum beruflichen Aufstieg.
Der Wettbewerb um die Fachkräfte hat längst begonnen, und auch die Unternehmen haben verstanden, dass Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten für die Beschäftigten ebenfalls ein entscheidender Faktor ist.
Die schnelle technisch-wissenschaftliche Entwicklung in der chemischen Industrie, die weltweite Verflechtung der Chemie-Unternehmen und die ständigen Veränderungen in der Struktur der Branche stellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wieder vor neue Anforderungen.
Die Erstausbildung kann nur einen Teil der zukünftig benötigten Qualifikationen abdecken. Daher hat Weiterbildung in der chemischen Industrie eine besondere Bedeutung, und das wissen die Unternehmen.
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich weiterzubilden und einen Schritt vorwärts zu gelangen.
Die meisten Chemie-Unternehmen bieten Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit zur beruflichen Weiterbildung, entweder direkt im eigenen Betrieb oder auch in Zusammenarbeit mit externen Anbietern.
Weiterbildung findet dabei nicht alleine in Seminaren statt. Viel wichtiger sind dabei zum einen Training on the Job, also das Übernehmen neuer Aufgaben,  Praktikas in anderen Abteilungen/Bereichen und Job Rotation. Zum anderen, wird das eigene Lernen aber auch durch lehren gefördert, z.B. das Einführen neuer Mitarbeiter in ein neues Aufgabengebiet oder die Übernahme einer Trainerfunktion im jeweiligen Fachgebiet. Natürlich darf aber bei all dem auch das selbstgesteuerte Lernen nicht fehlen, bei dem der Beschäftigte sich selbst Fachwissen aneignet, z.B. durch E-Learning-Programme oder das Lesen von Fachliteratur.
Von den Nachwuchskräften erwartet man neue Kompetenzen, wie z.B. Fremdsprachenkenntnisse, Umgang mit vernetzter Kommunikation oder neue Formen der Zusammenarbeit.
IG BCE und BAVC haben im Rahmen des Chemie-Tarifpakets 2012 vereinbart, ein Angebot zu entwickeln dass jungen Menschen eine Orientierung in der Chemie Arbeitswelt bietet. Dazu wurde ein Internetportal mit Branchen- und Weiterbildungsinformationen aufgebaut. Mit der gemeinsamen Internetseite der Chemie-Sozialpartner www.berufskompass-chemie.de haben wir einen Wegweiser bereitgestellt, der es jungen Menschen ermöglicht sich eine Orientierung in der Berufswelt zu holen und ihnen Beispiele aufzeigen können welche konkreten Weiterbildungsmöglichkeiten es für ihren Beruf gibt. Darüber hinaus gibt der Berufskompass Chemie Anregungen zur eigenen beruflichen Standortbestimmung, also dass die Fachkräfte sich über Ihre eigene aktuelle berufliche Situation bewusst werden und Ihre zukünftigen Perspektiven planen können.
Der Berufskompass zeigt den jungen Menschen, dass sich hier die ganze Chemiebranche – gemeinsam mit der zuständigen Gewerkschaft – für Aufstieg durch Bildung einsetzt.

Was schätzen Sie als Privatperson besonders am Leben in Rheinland-Pfalz?

Hier kann man als Mensch ankommen! Rheinland-Pfälzer sind offen für alle Menschen – die Willkommenskultur ist herzlich und die Offenheit ist prägend. Die erfrischende Lebensart, ein breites kulturelles Angebot, die Dialogfreudigkeit, das Genießen können und der gute Wein, haben mein Herz voll getroffen.