Ranger im Nationalpark Hunsrück-Hochwald – Die Hüter des Urwalds

Wenn das Wort Nationalpark fällt, verbinden die meisten Menschen den Begriff mit bekannten, weit entfernten Parks, wie dem Yellowstone Nationalpark in den USA oder dem Krüger Nationalpark in Südafrika. Im Mai dieses Jahres haben die Länder Rheinland-Pfalz und Saarland gemeinsam einen Nationalpark feierlich eröffnet. Im Hunsrück-Hochwald entwickelt sich nun ein Urwald von morgen – ein Stück unberührte Natur auch in Deutschland. Ein weiteres gutes Argument für einen Urlaub in der Heimat. Neben einer fantastischen Pflanzenwelt mit alten Bäumen, die Felslandschaften durchwachsen, mythisch anmutenden Moorlandschaften und Arnikawiesen sind viele heimische Wildarten in dem etwa 100 Quadratkilometer großen Areal zu Hause. Darunter auch zahlreiche Wildkatzen, Schwarzstörche und Fledermäuse. 

Betreut wird der Park von gut ausgebildetem Fachpersonal, den Rangern. Sie sind erste Ansprechpartner für Besucher. Wie zum Beispiel Mathias Wagner, der wie 16 andere Ranger im Mai seinen Dienst im Nationalpark antrat. „Ich wollte mich beruflich weiterentwickeln und habe deshalb nicht lange überlegt, sondern gleich die entsprechende Ausbildung als Ranger begonnen“, so der gelernte Forstwirt.

Die Ranger, meist ausgebildete Forstwirte aus der Region, haben im vergangenen Jahr alle eine Zusatzausbildung zum geprüften Natur- und Landschaftspfleger absolviert und können nun ihr neu erworbenes Wissen anwenden.

Sieben verschiedene Entdeckungstouren bieten Mathias Wagner und seine Kollegen von Mai bis Ende Oktober an. Von der Tour auf den Spuren der Kelten über die Gipfeltour zum Erbeskopf bis hin zur kindgerechten Junior-Wild-Katzen-Tour für die kleinen Besucher gibt es allerhand zu entdecken. „Diese Touren sind unser Beitrag, Natur erlebbarer zu machen und über Umwelt, Wald und Nationalparks zu informieren“, erklärt der gebürtige Birkenfelder. Zudem kontrollieren sie das Gebiet, stellen Moore wieder her, pflanzen Bäume und tun damit gutes für den Arten- und Klimaschutz.

Der spannendste Teil seiner Arbeit ist für Wagner aber, die Kraft der Natur hautnah mitzuerleben. „Es ist interessant zu beobachten, was passiert, wenn der Mensch mal nichts macht“, schwärmt der 25-jährige. Frei nach dem Motto des Nationalparks: Einfach mal die Natur Natur sein lassen!  Ein  Leitgedanke, den Wagner sehr schnell verinnerlicht hat.

Die Ausbildung zum Forstwirt dauert in der Regel drei Jahre und wird in Rheinland-Pfalz an zwölf verschiedenen staatlichen Forstämtern angeboten. Die Fortbildung zum Natur- und Landschaftspfleger mit dem Schwerpunkt der Tätigkeit als Ranger im Nationalpark Hunsrück-Hochwald richtete sich zunächst an Beschäftigte der Landesforste, ist aber nun für alle Bewerberinnen und Bewerber zugänglich.

 

 

Foto: Nationalparkamt, T. Becker

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